Umkämpftes Wohnen | Peter Nowak und Matthias Coers

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Sammelband mit Einblicken in die nachbarschaftliche Organisierung

In Zeiten gesteigerter Verwertungsinteressen und angespannter Wohnungsmärkte wird für immer breitere Bevölkerungsteile schmerzhaft erfahrbar, die persönliche Wohnungsfrage individuell nicht mehr lösen zu können. Dabei entstehen im Wohnumfeld und städtischen Raum statt Ressentiments Suchbewegungen nach praktischer Solidarität. Konkrete Mieter*innenkämpfe entwickeln sich zu neuer Stadtteilarbeit.

Peter Nowak und Matthias Coers stellen mittels Text und Bild Initiativen aus dem In- und Ausland vor, geleitet von der Frage, wie Kämpfe um Wohnraum, niedrige Mieten, gegen Verdrängung und die Kämpfe um höhere Löhne und Einkommen zusammen geführt werden können.

Peter Nowak ist Journalist und politischer Autor.

Matthias Coers ist Dokumentarfilmer, Photograph und Soziologe.

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Rezensionen

Beitrag zu Umkämpftes Wohnen aus der Zeitschrift MieterEcho ,Ausgabe 409

Solidarität in der Krise
Von Philipp Möller

Der Sammelband „Umkämpftes Wohnen“ verschafft Einblicke in die nachbarschaftliche Organisierung
Während der COVID-19-Pandemie haben sich in vielen Kiezen und Hausgemeinschaften Solidaritäts-Netzwerke gegründet. In Chatgruppen oder per Aushang bieten Nachbar/innen besonders gefährdeten Menschen Hilfe bei Einkäufen an, es werden Anleitungen zum Nähen von Masken geteilt oder gemeinsam eine Zeitung gestaltet. Die Initiative dafür geht häufig von Gruppen und Zusammenschlüssen aus, die wie „Hände weg vom Wedding“, die „Kiezkommune“ oder die „Solidarische Aktion Neukölln“ bereits seit Längerem in ihren Kiezen politisch arbeiten. In den vergangenen Jahren entstanden in Berlin wie auch bundes- und europaweit neue Stadtteilgruppen, die der gesellschaftlichen Vereinzelung im Neoliberalismus mit dem Aufbau solidarischer Strukturen begegnen.

Diese Bewegung begleitete von Anfang an eine lebendige Debatte. Der vom Filmemacher und MieterEcho-Bildredakteur Matthias Coers gemeinsam mit dem Journalisten Peter Nowak herausgegebene Band „Umkämpftes Wohnen“ versammelt nun verschiedene Beiträge dieser Diskussion. Darin finden sich theoretische Analysen, Erfahrungsberichte und Strategiepapiere verschiedener Gruppierungen aus dem ganzen Bundesgebiet. Sie erzählen die Geschichten von gemeinsamen Kämpfen gegen die Zumutungen von Jobcentern, der Verhinderung von Zwangsräumungen und dem Aufbau von Stadtteilläden. Berichtet wird von Erfolgen wie Niederlagen im zähen Ringen um eine Alternative zum Kapitalismus. Die Hinwendung zu sozialen Kämpfen und die Organisierung von populären Klassen außerhalb der linken Szeneblase werden dabei als Grundlage dieser Alternative gesehen. Gemeinsamer Bezugspunkt ist dabei der Kiez beziehungsweise die Nachbarschaft. Interviews mit Initiativen, die die Herausgeber auf ihren Reisen für Filmvorführungen und Vorträge quer durch Europa befragten, erweitern den Blick über Deutschland ?hinaus. Sie verdeutlichen, dass bei allen lokalen Unterschieden der neoliberale Stadtumbau und die Folgen jahrelanger Austeritätspolitik eine grenzübergreifende Erfahrung darstellen und zugleich eine gemeinsame Perspektive des Widerstands eröffnen: Solidarität – lokal wie international.

Auflage
1. Auflage Februar 2020
Seiten
144 Seiten
Größe
205 x 140 x 12 mm (HxBxT)
Bindung
Softcover
Wer hat's verfasst?