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Tönnies-Mitarbeitende packen aus

roots of compassion eG
2023-07-23 10:26:00 / Tierindustrie / Kommentare 0

Die neue Investigativ-Reportage "Inside Tönnies 2" deckt verschiedene Missstände bei Deutschlands größtem Fleischkonzern auf. Unter anderem hatte ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens seine letzten Arbeitstage mit versteckter Kamera gefilmt.

eklatante Hygienemängel

Die Aufnahmen des ehemaligen Angestellten zeigen unter anderem, wie "Fleisch" auf den Boden fällt und danach einfach weiterverarbeitet wird. Das passiere nach seiner Einschätzung etwa 20-mal am Tag. Auch eitrige Tierteile, die laut einem Hygieneexperten in der Doku eigentlich entsorgt werden müssten, landen in einer Kiste für die Weiterverarbeitung.

sexualisierte Gewalt

Anscheinend gehen bei Tönnies auch Tierausbeutung und sexualisierte Gewalt Hand in Hand. So berichtet eine Mitarbeiterin, wie sie von ihrem Vorgesetzten gegen ihren Willen im Gesicht und an den Brüsten angefasst wurde. Den Journalist*innen liegen außerdem zahlreiche Videos vor, die leitende Angestellte beim Sex mit Frauen in den werkseigenen Unterkünften und anderen Firmengebäuden zeigen.

Tönnies vs. Arbeitsrechte

Auch Arbeitsrechte werden bei dem Unternehmen aus Rheda-Wiedenbrück mit Füßen getreten. Die Doku beschreibt, wie systematisch langjährige Mitarbeitende entlassen werden, wenn sie sich krankmelden. Nach wie vor werden vor allem ost-europäische Menschen mit schlechten Sprachkenntnissen massiv ausgebeutet, teilweise mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt (der interviewte ehemalige Mitarbeiter spricht davon, dass Menschen ihm gesagt hätten, er könne in einer Spielzeugfabrik arbeiten). Sie werden in Tönnies-Unterkünfte gesteckt, die so stark von Schimmel befallen sind, dass eine Gesundheitsgefährdung möglich ist.

"Wir werden hier wie Sklaven behandelt. Es gibt dort nur Arbeit, sonst nichts. Normen, Zahlen, null Wertschätzung, nur Demütigung“, so der ehemalige Arbeiter.

illegale Geschäfte

Neben den bereits genannten Missständen haben die Journalist*innen nach eigener Aussage auch ein Netz aus illegalen Geldgeschäften aufgedeckt, in die Tönnies verwickelt sein soll. Dabei gehe es um Schwarzarbeit, Sozialbetrug und Geldwäsche.

symptomatisch für die Tierindustrie

Die aufgedeckten Missstände bei Tönnies überraschen kaum. Sie zeigen einmal mehr, wie im System Tierindustrie verschiedene Formen der Ausbeutung menschlicher und anderer Tiere zusammenkommen und alles dem Profit untergeordnet ist. Wir müssen dieses System schnellstmöglich abschaffen und Alternativen fördern.


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