Der Prozess DVD (PAL)

V025

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Beschreibung

Türen werden mit Rammböcken aufgebrochen, vermummte Kommandos stürmen mit Stahlhelmen und geladenen Waffen die Wohnungen, jagen junge Menschen aus ihren Betten und setzen ihnen Pistolen an den Kopf. Es werden Computer auf den Boden geworfen, Schränke und Betten durchwühlt. Kinder stehen verängstigt daneben. Das sind keine Szenen aus dem Irak-Krieg, sondern die Bilder eines Polizei-Einsatzes in Österreich 2008, bei dem der Mafia-Paragraf 278a just gegen TierschützerInnen in Anwendung gebracht wurde.
Mit dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation reichte somit schon die Vermutung auf Sachbeschädigungen aus, um zehn der AktivistInnen ins Gefängnis zu bringen. Zwei Jahre Überwachung, drei Monate Untersuchungshaft und die Beschlagnahmung von Materialien durch die Einsatzkommandos erbrachten nicht die erhofften Beweise. Die Staatsanwaltschaft stellte dennoch Antrag auf Haftverlängerung, mit dem Argument, es handle sich um eine besonders klandestine, kriminelle Vereinigung. Der Strafantrag folgte ein Jahr später. Und weil den ermittelnden Behörden immer noch der wesentliche Anfangsverdacht fehlte, lauschten Spezialeinheiten wochenlang penibel bis in die Schlafzimmer der Angeklagten. Verdeckte Ermittler*innen nahmen an hunderten Veranstaltungen teil, ehemalige Tierschützer*innen wurden von der SOKO zu Vertrauenspersonen umgepolt. Neben dem Verteilen von Flyern und der Behinderung von Tiertransporten gaben sie heimlich Aufzeichnungen an den Verfassungsschutz weiter.

Für den Film Der Prozess begleitete der Regisseur Gerald Igor Hauzenberger den Prozess gegen 13 TierschützerInnen in Österreich, die nach §278a, dem sogenannten Mafia-Paragraphen, angeklagt wurden, mit der Kamera. Zwei Jahre lang hatte die Polizei sie überwacht, eine verdeckte Ermittlerin eingeschleust, und dennoch endete der Prozess mit einem Freispruch in allen Punkten. Aber viele der Angeklagten stehen durch den Prozess vor dem finanziellen Ruin. Handelte es sich also um einen Musterprozess gegen zivilen Ungehorsam? Und müssen alle, die sich aktiv engagieren, bspw. in einer NRO, damit rechnen, als Mitglied einer terroristischen Organisation angeklagt zu werden?

Der Film zeigt fünf der Angeklagten ganz persönlich: wie sie sich auf ihre Verteidigung vorbereiten, wie sie während des Prozesses agieren, wie sie mit der Aussicht auf eine weitere Haftstrafe - es drohen bis zu fünf Jahren Gefängnis - zurechtkommen. 'Der Prozess' zeigt auch, wie Spitzenpolitiker*innen auf einen immer kafkaesker werdenden Strafprozess reagieren.

Spannende, interessante und frustrierende Prozessberichte findet ihr auf der Seite antirep2008.org.
Dort findet ihr auch eine Chronologie der Ereignisse ...

Produktion: Michael Seeber

Buch und Regie: Gerald Igor Hauzenberger

Laufzeit: 117 min.

Sprache: deutsch

Untertitel: keine

Regionscode: 0

Erscheinungsjahr: 2013


Inhalt: 111,00 g

Weitere Infos

Format
PAL
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