Dagongmei - Pun Ngai und Li Wanwei

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Dagongmei - Pun Ngai und Li Wanwei

Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen

Taschenbuch: 260 Seiten

Kurzbeschreibung:
Mit Chinas rasanter Entwicklung vom maoistischen Armenhaus zum
»Fließband der Welt« entstehen neue Arbeitersubjekte, darunter die
Dagongmei, wörtlich: arbeitende Schwestern.
Millionen junge Frauen migrieren vom Land in die Städte, um dort
in den Weltmarktfabriken zu arbeiten. Sie kommen als Teenager
und die meisten kehren mit 25, von der Arbeit ausgelaugt, aufs
Land zurück. Pun Ngai und Li Wanwei haben in der Industriestadt
Shenzhen im Rahmen eines Unterstützungsprojektes Dagongmei
interviewt und ihre Geschichten aufgeschrieben. Die Frauen erzählen
von der Benachteiligung der Mädchen in der Familie, der Flucht
aus dem Dorf, Gefahren der Wanderung, den Bedingungen in den
Betriebswohnheimen und an den Fließbändern, von Arbeitsunfällen
und Berufskrankheiten. Es wird deutlich, welch bittere Erfahrungen
sie machen und wie sehr sie um ihren Raum und ihre Freiheit kämpfen
müssen. Gegen arrangierte Ehen, die despotischen Vorgesetzten und
die Diskriminierung durch die lokalen Behörden finden sie trotz aller
Probleme und Widersprüche Wege des Widerstands. Sie erkämpfen sich
ein neues Selbstbewusstsein, und manche organisieren Petitionen,
Demonstrationen und Streiks.
Pun Ngai hat selbst in einer Fabrik in Shenzhen gearbeitet. Ihre
genaue Schilderung der Verhältnisse dort, der Überwachung und
Auspressung am Fließband, der Beziehungen der Dagongmei
untereinander und ihrer Widerstandsformen ergänzt die Erzählungen
der jungen Frauen.
Ein Buch, das »hautnah« deutlich werden lässt, auf welchen Schultern
die Last des sagenhaften chinesischen Wirtschaftswachstums ruht,
und wer den eigentlichen Preis der Exportwaren zu bezahlen hat.
Umfassende Informationen zum Buch und Bilder zum Download finden sich auf der Website zum Buch www.gongchao.org

Rezensionen

zu den AutorInnen:

Pun Ngai
Pun Ngai ist Professorin am Social Work Research Center der Peking University und der Hong Kong Polytechnic University. Sie promovierte an der SOAS, University of London, mit der Arbeit "Becoming Dagongmei: Subject, Power and Resistance in a Global Workplace", die 2005 unter dem Titel "Made in China" veröffentlicht wurde. 1996 gründete sie in Hongkong das Chinese Working Women Network, das Wanderarbeiterinnen in einer Industriezone im Perlflussdelta unterstützt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Arbeits- und Lebensbedingungen von Wanderarbeitern und -arbeiterinnen und die Herausbildung einer neuen Arbeiterbewegung in China.

Li Wanwei
Li Wanwei (kantonesisch Lai Yuenmei) ist seit 1997 Community Organiser des Industrial Relations Institute, einer NGO in Hongkong, die nach den dortigen Arbeiterunruhen von 1967/68 gegründet worden war. Anfang der neunziger Jahre engagierte sie sich bei Basisorganisationen in Hongkonger Slumbezirken. 1998 promovierte sie mit der Arbeit "The Dynamics of Restructuring and Relocation: The Case of Hong Kong's Garment Industry". Von 2001 bis 2005 hielt sie sich in Shenzhen auf und beteiligte sich an dem Interviewprojekt und der praktischen Solidaritätsarbeit des Chinese Working Women Network.

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